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Was kann Nachhilfe | LernForm

Etwas Statistik …

Nachhilfeunterricht ist kein neues Phänomen. Nachhilfe hat sich im Laufe der letzten 200 Jahre entwickelt, sowohl was die Zielgruppe und die Lehrenden angeht als auch was die Bedeutung in der Gesellschaft betrifft. Die Anfänge des Nachhilfeunterrichts hängen mit der Gründung öffentlicher Schulen zusammen. Im 19. Jahrhundert waren es meist die eigenen Klassenlehrer/innen, die Nachhilfeunterricht anboten. Der Unterricht wurde auf diese Weise fortgeführt und ergänzt (Weegen 1986; Kessel 2004; Behr 1990).
Das Thema Nachhilfe spielt in der politischen und pädagogischen Diskussion immer wieder eine Rolle.  Die Gründe für die zunehmende Nachfrage nach Nachhilfe sind vielschichtig. So werden in der öffentlichen Diskussion bspw. Veränderungen in der familiären Situation genannt, die es den Eltern erschweren bzw. unmöglich machen, ihre Kinder in schulischen Angelegenheiten zu unterstützen. Eine noch wichtigere Rolle dürfte die ungünstige Situation am Arbeitsmarkt spielen, aufgrund derer ein guter Schulabschluss heute die Vorraussetzung für einen erfolgreichen Übergang in das Arbeitsleben ist. Auch wird die Qualität des Unterrichts im formalen Bildungssystem bisweilen als unzureichend erfunden, was zu einem Anstieg der Nachfrage nach privatem Nachhilfeunterricht führt (Rudolph 2002).

Bedeutende Einflussfaktoren auf die Nachfrage sind das Alter und Geschlecht des Kindes, der Schultyp, den es besucht, sowie sein familiärer Hintergrund.  Nachhilfe wird im Rahmen dieser Seite als private Ergänzung bzw. Unterstützung originär schulischer Aufgaben bzw. Anforderungen, d. h. insbesondere der Vermittlung fächerspezifischen Wissens, der Prüfungsvorbereitung und der Methoden zur Verbesserung der schulischen Leistung verstanden.

Nachhilfeunterricht wird in Gruppen und als Einzelunterricht angeboten. Die Aufgaben von Nachhilfeunterricht können kurz mit den Begriffen Beaufsichtigung und Betreuung von Schüler/innen bei der Anfertigung der Hausaufgaben, gezieltes Lernen für Klassenarbeiten und Wissensabfrage, Wiederholen, Festigen und Nacharbeiten bearbeiteter schulischer Lerninhalte und Schließen von Wissenslücken in ausgewählten Schulfächern (Dassler 2004) umrissen werden.
Die Verbesserung der Noten ist zwar meist das ganz konkrete – und leichter messbare – Ziel des Nachhilfeunterrichts. Jedoch greift diese eindimensiona- le Fixierung auf den Leistungsaspekt zu kurz. Schließlich benötigen Schüler heute einen breiten Fächer an Kompetenzen: Neben Fachwissen gehören hierzu Kompetenzen im Arbeitsverhalten, die sich in Lerntechniken und Arbeitsmethoden manifestieren, sowie auch soziale und emotionale Persön- lichkeitsmerkmale. Alle Bereiche stehen in einem direkten Wechselverhältnis und beeinflussen sich gegenseitig.

Dem Entschluss, Nachhilfeunterricht in Anspruch zu nehmen, geht meist ein Teufelskreis voraus: Hohe Anforderungen im Unterricht wirken demotivierend; der Schüler wird unaufmerksam. Die Folge: Wissenslücken, die sich in schlechten Zensuren manifestieren. Diese wiederum wirken sich negativ auf die Motivation aus und münden auf Grund der Überforderung in ein Gefühl der Hilflosigkeit. Ausgangspunkt kann auch eine negativ erlebte Unterrichtssituation sein, in deren Folge der Schüler ein gehemmtes Frageverhalten entwickelt. Infolge der nicht geklärten Verständnisschwierigkeiten hat der Schüler Probleme, Hausaufgaben und Klassenarbeiten zu bewältigen. Die Folge sind schlechte Noten, eine Hilflosigkeit angesichts der Dilemma-Situation und der Wunsch nach externer Hilfe, d. h. Nachhilfe. (Christoph Oster, Schülersichtweisen zum Problem defizitärer Lernsituationen und Nachhilfeunterricht im Fach Mathematik, 1999)

Daher wurde in der vorliegenden Studie auch die Wirksamkeit von Nachhilfeunterricht auf Persönlichkeitsvariablen berücksichtigt. Diese gibt zum Beispiel Auskunft über die grundsätzliche Einstellung des Schülers zum Lernen. Veränderungen in diesem und auch im Bereich des persönlichen Fähigkeitskonzepts wirken sich langfristig aus. Auf Grund der Längsschnittanalyse konnte auch Aufschluss über die Wirksamkeit in diesem Bereich erzielt werden.

Mit diesen Ergebnissen bestätigen diese Studien andere Untersuchungen: Demzufolge führt institutionelle Nachhilfe im Schnitt nach 7,3 Monaten zu einer Zensurenverbesserung um 1,1, d. h., dass die Schüler mindestens eine Zensur besser abschnitten als vor Aufnahme der Nachhilfe (M.Behr 2005). Eine weitere Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass bei einer Förderdauer von zehn Monaten die Erfolgsquote bei 90 Prozent liegt und eine Verbesserung um eine bis drei Notenstufen erreicht wurde (TU-Dresden 2007).